Deutsches Institut für Marketing
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„Holacracy − Unternehmens- und Marketing­entschei­dungen schneller umsetzen“ – Interview mit Herrn Holger Gelhausen

Vor ihrem Auftritt als Speaker auf dem Kölner Marketingtag 2017 bitten wir alle Referenten um ein kurzes Interview. Heute möchten wir Ihnen Herrn Holger Gelhausen vorstellen. Dieser ist Gründer verschiedener erfolgreicher Firmen im IT-Bereich. Er ist Verantwortlicher als Vorstand „Business Consulting“, Berater größerer weltweiter Softwareunternehmen in Seattle und Redmond und freiberuflicher Berater für die Entwicklung vertriebsorientierter Consultingtools. Seine Kompetenzen reichen von neuen Geschäftsmodellen und e-Commerce-Lösungen über Handelssysteme und No-Line Channel bis hin zu digitalen Kooperationssystemen Er wird am neunten Kölner Marketingtag über das Thema „Holacracy − Unternehmens- und Marketing­entschei­dungen schneller umsetzen“ referieren.

  • Ihr Vortrag dreht sich um das Thema „Holacracy − Unternehmens- und Marketing­entschei­dungen schneller umsetzen“. Warum interessieren Sie sich selbst dafür?

Aus eigener Erfahrung als Leader und Manager, dass ich nicht mehr angemessen auf Ideen/Vorschläge und Konzepte der Mitarbeiter reagieren konnte. Wenn z.B. mehrere Kollegen größere, mehrseitige Konzepte entwickelt hatten, kam ich der Sorgfalt und der Verantwortung, adäquate Entscheidungen zu treffen, nicht mehr hinterher, ich war der Engpass im Unternehmen geworden. Die Aufgaben am Wochenende zu erledigen, führte zu Frust und ich kam nicht mehr zu eigenen Denk-Freiräumen. Um Unternehmen in der VUCA Welt weiterzuentwickeln, gibt es aus meiner Sicht keinen Weg daran vorbei, neue Haltungen (Management-Systeme) zu entwickeln um dort Entscheidungen zu treffen, wo das meiste Know-how ist.

  • Das Motto des diesjährigen Kölner Marketingtags lautet #Digitalisierung. Wie beeinflusst die Digitalisierung Ihren Arbeitsalltag?

Die Gartner Group sagt „Every Product will be digitally remastered“ und das denke ich auch. Digitale Angebote sind ein großer Attractor und ich habe viel Zeit gebraucht, eine tägliche Balance zwischen dem Sog der Angebote (neue Apps, Services….) und innerer Ruhe zu finden, um die Ideen und Gedanken frei fließen lassen zu können.

Andreas Schleicher von der OECD hat das mal so formuliert:

„In der Vergangenheit ging es uns vor allem darum, Menschen etwas zu unterrichten. Nun geht es darum, sicherzustellen, dass Menschen einen zuverlässigen Kompass und die Navigationsfähigkeiten entwickeln, um in einer zunehmend unsicheren, volatilen und zweideutigen Welt ihren eigenen Weg zu finden.“

  • Was sind häufige Fehler, die Unternehmen im Zuge der Digitalisierung begehen? Haben Sie einen Tipp, wie sich diese vermeiden lassen?

Aus unserer Sicht fängt Innovation bei neuen inneren Bildern der Führungskräfte an. Welche Haltung hat die Führung zu Veränderungsprozessen und wie wird mit den Mitarbeitern ein gemeinsamer Sinn erzeugt. Aus unserer Sicht ist es wenig erfolgreich einzig aus der Technik zu schauen.

Wir haben oft von Kunden gehört, dass Sie nach drei Sätzen Fachchinesisch nichts mehr verstehen und damit wird der Augenblick verschenkt. Jede Veränderung in neue Welten (Digitalisierung, Neue Arbeitsformen, etc….) ist sehr schwer, denn alte Sicherheitsmuster greifen nicht mehr. Wir glauben nicht, das es hilft dem Kunden z.B. viele Fragen zu stellen, die er nicht beantworten kann (Diagnostic Sales Approach), sondern es viel wichtiger ist, nach einer Zielklärung gemeinsam mit dem Kunden die Schritte der Veränderung so klein zu machen, dass ein Kompetenzerleben stattfindet.

Mit dem Kompetenzerleben entwickeln wir Freude/Mut und Entdeckertum, um die nächsten Schritte zu gehen. Eine weitere hilfreiche Haltung ist es, dass das Neue nie der Feind des Alten ist, sondern vorhandene Erfahrungen wertvoll geschätzt werden, um die Legimitation zu erhalten für neue kleine Schritte.

  • Welchen anderen Vortrag wollen Sie auf keinen Fall verpassen?

Das ist eine Zwickmühle, ich finde alle Vorträge sehr spannend und interessant, hinter jedem Thema steckt auch die Persönlichkeit des Sprechers und ich finde, dass es ein tolles Angebot an Menschen und Themen ist. Wenn ich mich doch für einen Vortrag entscheiden müsste, dann der Vortrag von Prof. Dr. Bernecker (Marketing im Jahre 2017 – zwischen Agilität, Lean und Digitalisierung). Der mich aus vielen Gründen anspricht: Dem spannenden Thema, dem Dank für die Veranstaltung und besonders dem besonders schönen Vortragsstil von Prof. Bernecker, abstrakte Themen so verständlich zu erklären.

  • Vielen Dank! Wir freuen uns auf Ihren Vortrag.