Deutsches Institut für Marketing
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„Recht im Online Marketing“ – Interview mit Herrn Christian Solmecke

Vor ihrem Auftritt als Speaker auf dem Kölner Marketingtag 2017 bitten wir alle Referenten um ein kurzes Interview. Heute möchten wir Ihnen Herrn Christian Solmecke vorstellen. Dieser hat sich als Rechtsanwalt für die Kölner Medienrechtskanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE auf die Beratung der Internet und IT-Branche spezialisiert. So hat er in den vergangenen Jahren den Bereich Internetrecht/E-Commerce der Kanzlei stetig ausgebaut und betreut zahlreiche Medienschaffende, Web 2.0 Plattformen und App-Entwickler. Er wird am neunten Kölner Marketingtag über das Thema „Recht im Online Marketing“ referieren.

  • Ihr Vortrag dreht sich um das Thema Markenrechte, Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte in sozialen Netzwerken. Warum interessieren Sie sich selbst dafür? 

Ich bin absolut medienaffin. Vor meiner Zeit als Anwalt habe ich als freier Journalist gearbeitet und mir als Radiomoderator das Jurastudium finanziert. Auch heute noch fühle ich mich nicht nur bei YouTube, sondern auch im TV oder Radio „wie Zuhause“. Wer unsere eigene Präsenz in den sozialen Medien wie Facebook, YouTube und Twitter kennt, weiß, dass uns diese Kanäle sehr wichtig sind.

Außerdem interessiert mich alles, was mit neuen Technologien und Entwicklungen zu tun hat. Ob automatische Rasenmäher, 3D-Drucker, die neueste Drohne oder die Entwicklung einer Website  – ich fuchse mich gern in neuen Themen rein, die das Leben leichter machen, mögen sie am Anfang noch so verrückt und ausgefallen sein. Oft führen diese Ideen nämlich zu großen Erfolgen. So habe ich zum Beispiel selbst während meines Studiums Internetseiten entwickelt und aus der Startup Phase hinausgeführt. Ähnliches machen wir nun mir unserer Kanzleiwebsite. Auch hier probiere ich immer wieder Neues aus.

Neben all dem Enthusiasmus gibt es aber immer noch rechtliche Aspekte wie eben Marken-, Urheber- und Persönlichkeitsrechte, die beachtet werden müssen. Hinzu kommen etwa das Medien-, Internet- und IT-Recht, auf das ich mich ebenfalls spezialisiert habe. Hier überschneiden sich dann Beruf und Passion. Neben meiner eigenen Medienpräsenz freue ich mich daher auch immer über Mandanten, die ich von der Idee bis zur Veröffentlichung ihres Produktes begleiten und beraten kann.

  • Das Motto des diesjährigen Kölner Marketingtags lautet #Digitalisierung. Wie beeinflusst die Digitalisierung Ihren Arbeitsalltag?

Die Digitalisierung hat unseren Kanzleialltag inzwischen völlig durchdrungen. Zunächst sind wir selbst im Bereich Online-Marketing sehr aktiv – wir haben unseren eigenen Blog und Magazin, einen YouTube-Kanal, sind in diversen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter aktiv und in vielen Online-Medien präsent.

Dabei sind das Internet- und das IT-Recht in allen Facetten unsere Kerngebiete, sodass wir auch in rechtlichen Entwicklungen in diesen Bereichen immer up to date sind.

Auch unsere tagtägliche Anwaltsarbeit wird u.a. durch eine von uns selbst entwickelte Software WINNI massiv erleichtert. Das ist ein cloudbasiertes System, auf dem u.a. Akten digital gespeichert sind, auf die man an jedem Rechner der Kanzlei über den Browser zugreifen kann. Der Weiterversand von Schriftstücken erfolgt von WINNI entweder automatisch per E-Mail, per Fax oder per Post über ein Postversandzentrum. Das System hilft uns, den Überblick über die digitalisierten Akten unserer mehr als 72.000 Mandate zu behalten, den Unterlagenversand sehr schnell zu koordinieren und die Papier- und Druckkosten auf ein Minimum zu reduzieren. Die Digitalisierung erleichtert und beschleunigt so vor allem die Arbeit unserer Sekretariate. Inzwischen haben wie die Software-Entwicklung sogar in die eigenständige Legalvisio GmbH ausgegliedert und planen, eine der ersten cloudbasierten Software Lösungen für Anwälte am Markt anbieten zu können.

  • Was sind häufige Fehler, die Unternehmen im Zuge der Digitalisierung begehen? Haben Sie einen Tipp, wie sich diese vermeiden lassen?

 1. Zu spät mit der Digitalisierung anfangen

An den Einsatz technologischer Mittel denken Anwälte erst in einem zweiten Schritt. Viele arbeiteten noch mit Papierakten und müssen dazu Kellerräume als Stauraum anmieten, erhebliche Druck- und Papierkosten zahlen sowie ein großes Sekretariat finanzieren. Außerdem dauern so die Auskünfte an Mandanten ebenso zu lang wie der Versand von Briefen. Der richtige Einsatz von Software kann hier sehr viel Zeit, Geld und Nerven schonen.

2. Die falsche Software verwenden

Die führende Software auf dem Markt ist nicht immer die beste. Sie ist teuer, unflexibel und recht kompliziert. Rechtsanwaltsfachangestellte benötigen drei Jahre Ausbildung, um Fach-Software für Anwälte richtig bedienen zu können. Auch als Anwalt kann man etliche teure Seminare zu dem Thema besuchen. Hier kann sich die Beauftragung eines Programmierers lohnen, der ein auf das eigene Unternehmen passendes Programm entwickelt.

3. Zu glauben, dass manche Prozesse nicht digitalisierbar sind

Die Digitalisierung einer Kanzlei kann nicht immer auf dem Reißbrett geplant werden, sondern ergibt sich mit der Zeit. Es gibt aber durchaus Anhaltspunkte, anhand derer man prüfen kann, ob es sich lohnt, Zeit in die Digitalisierung eines Prozesses zu investieren.

Zunächst sollte man schauen, ob ein Prozessablauf mehrfach vorkommt. In einem weiteren Schritt gilt es herauszufinden, wie die optimale Abarbeitung des Prozesses strukturiert werden sollte. Sodann sollte man sich fragen, ob ein Computer möglicherweise die Arbeit übernehmen kann. Ist das der Fall, muss man entweder die entsprechende Software auf dem Markt finden – oder sie selbst programmieren lassen. Ist der Job zu komplex für eine Softwarelösung, so kann man auch im Intranet eine Prozessbeschreibung hinterlegen, an die sich alle Anwälte und Sekretariate halten sollen.

  • Welchen anderen Vortrag wollen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Auswahl ist schwierig – denn alle Vorträge sind sehr spannend und eigentlich möchte ich keinen verpassen. Wenn ich mich jetzt aber auf einen Vortrag festlegen muss, würde ich schon aus eigenem Interesse bei Jan Stranghöner dabei sein. Sein Vortrag „Werbung auf Facebook – Das derzeit mächtigste Werbenetzwerk“ ist für unsere Kanzlei aus mehreren Gründen besonders interessant:  Zum einen haben wir ja auch eine sehr aktive Präsenz auf Facebook und hier können auch wir sicherlich noch neue Impulse erhalten. Außerdem berichten wir in unserem Blog sehr viel über das Netzwerk und die Vorstöße der deutschen Politik, es zu regulieren. Schließlich ist gerade der Bereich digitale Werbung für unsere Mandantschaft ein wichtiger Aspekt, zu dem wir intensiv in rechtlicher Hinsicht beraten.

  • Wir danken für das Gespräch und freuen uns auf Ihren Vortrag!